Aktuelle Rechtssprechung:

 

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Achten Sie auf die Qualifikation bei der Gutachterwahl!

Nach der Rechtssprechung sind nur die Gutachten »anerkannter« Sachverständiger erstattungspflichtig. Die von den Industrie- und Handelskammern öffentlich bestellten und vereidigten Kfz-Sachverständigen haben ihre Qualifikation nachgewiesen. Sie sind »anerkannt« qualifiziert. Bei selbsternannten »Sachverständigen« sowie bei Verbandsanerkennungen oder -zertifizierungen ist Vorsicht geboten. Es besteht die Gefahr, dass die Verbände nicht unabhängig sind. Am besten fragt man seinen Anwalt für Verkehrsrecht. Der kennt die örtlichen und auch die überregionalen Gutachter; beziehungsweise die maßgebenden Qualitätskriterien für Gutachter.

Tipp! Achten Sie unbedingt auf die Qualifikation des Gutachters! Wer als Geschädigter das Gutachten eines Nichtfachmanns einholt, bekommt dafür keinen Schadensersatz.

Kfz-Sachverständigenbüro Jochen Kaufmann, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der HWK Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

 

Freie Werkstattwahl nach Unfall (bei Haftpflichtschäden)

Derzeit sind die Versicherungen bemüht, Ihnen bei einem unverschuldeten Unfall vorzuschreiben, welche Werkstatt Ihren Schaden reparieren wird.
Die Rechtsprechung besagt hier jedoch eindeutig, dass der Geschädigte diesbezüglich keinen Weisungen der regulierungspflichtigen Versicherung des Unfallgegners unterliegt.

In der Werkstattwahl sind Sie frei!
Lassen Sie sich nicht einschüchtern; und vor Allem:
Lassen Sie nicht die gegnerische Versicherung Ihren Schaden übernehmen.

 

Versicherung darf Reparaturkosten im Gutachten bei fiktiver Abrechnung des Schadens nicht kürzen

Geschädigte dürfen bei fiktiver Abrechnung des Schadens auf Gutachtenbasis von der gegnerischen Versicherung auch dann die im Gutachten angesetzten Lohnnebenkosten und Sozialversicherungsbeiträge verlangen, wenn das beschädigte Fahrzeug nicht repariert wird.
Dies entschied jetzt der für das Versicherungsrecht zuständige sechste Senat des Bundesgerichtshofs (BGH Urteil vom 19.02.2013VI ZR 69/12). 

 

Ohne Kostenvoranschlag keine Verweisung

Will der Versicherer bei einer fiktiven Abrechnung  auf die Stundenverrechnungssätze einer anderen Werkstatt verweisen, genügt ein reiner Hinweis nicht. Nach Ansicht des AG München muss der Versicherer einen echten Kostenvoranschlag der Verweiswerkstatt vorlegen. AG München Urteil vom 20.08.2013.

Quelle: Unfallregulierung effektiv 11/13

 

Kein Recht zur Besichtigung/Nachbesichtigung eines (reparierten) Fahrzeuges

Das LG Lübeck hat entschieden: Der Geschädigte genügt bei Haftpflichtschäden seiner Verpflichtung zum Nachweis des Schadens durch die Vorlage des Schadengutachtens. § 119 Abs. 3 VVG gibt dem Versicherer kein Recht, das verunfallte Fahrzeug selbst besichtigen zu dürfen. Das Alles gilt erst recht, wenn das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Nachbesichtigung bereits wieder repariert ist. LG Lübeck vom 19.04.2013

Quelle: Unfallregulierung effektiv 06/13 

 

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